Nacht – Teil 2

Jaelad, Nekropolitektengilde

Jahr des Falken, 5. Monat

7. Tag, nach Mitternacht

Lautlos schwang die Tür zur Bibliothek auf und der Schemen huschte hindurch. Er schlich durch die dunklen Schatten, die die Öllampen warfen. Pure Kraft pulsierte durch seine Adern. Er fühlte sich so lebendig wie lange nicht mehr. Seine Schritte waren sicher und so lautlos wie die einer Katze, die sich ihrer Beute näherte. Sein geschärftes Gehör nahm leise das Rascheln von Papier und schlurfende Schritte auf knarrendem Holzparkett wahr. Seine Augen durchdrangen die Finsternis der Seitengänge, als wären sie hell erleuchtet. Der Geruch von altem Papier und Leder, vermischt mit beißendem Lampenöl und menschlichem Schweiß reizte seine empfindliche Nase. Ein Schauer kroch ihm den Rücken hinauf, während er die widerliche Mischung abzuschütteln versuchte. Je eher er hier wieder weg war, desto besser. Der Schatten näherte sich der Stelle, von der die Geräusche und der Menschengeruch zu ihm drangen. Aus der Dunkelheit heraus beobachtete er einen alten Mann mit Halbglatze, der einige Schriftrollen in die Regale sortierte. Mehrere Sekunden lang musterte der Eindringling den Archivar. Er konnte die Müdigkeit und das Alter des Mannes spüren. Er fühlte, wie die Kraft und das Leben mit jeder Minute aus seinem Körper wichen, langsam genug, dass dem Mann wohl noch ein paar Jahre vergönnt sein würden. Aber er sah in den präzisen Bewegungen und den ruhigen Augen des Mannes auch die Erfahrung und das Wissen, das er im Lauf seines Lebens gesammelt hatte. Ein düsteres Lächeln schlich sich auf die Lippen des Schattens. Sein Instinkt hatte ihn in die richtige Richtung geleitet. Hier stand ein Mann, der besser als jeder andere dazu geeignet war, ihm beim Erreichen seiner Ziele zu helfen. Er war alt genug, um die Information zu haben, die der Schatten suchte – und alt genug, dass sein vorzeitiger Tod nicht allzu viel Aufsehen erregen würde. Langsam pirschte er sich heran.

Jaelad, Nekropolitektengilde

Jahr des Falken, 5. Monat

8. Tag, Früher Morgen

Unruhig wälzte sich Jumo hin und her, während er versuchte, seinen müden Augen noch etwas Schlaf zu gönnen, bevor ihn die Glocke aus dem Bett läuten würde. Doch die Bruchstücke der wirren Träume, die ihn heimgesucht hatten und ihm immer wieder den Schlaf raubten, ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. Er fühlte sich, als hätte er die ganze Nacht wach gelegen, sein Rücken war verspannt und schmerzte, sein Körper war kraftlos und matt. Seine Augen taten weh, wenn er sie nicht geschlossen hielt. Doch wenn er sie schloss, kehrten die verschwommenen Bilder zurück. Blutige Schlachten, brennende Häuser, schöne Frauen und dunkle Labyrinthe…

Die Fragmente ließen sich nicht ordnen, immer wieder verschwand eine Erinnerung, oder eine neue tauchte auf. Ab und an schreckte er hoch und stellte fest, dass er kurz geschlafen hatte. Einmal träumte er, aufzuwachen und sich anzuziehen, wachte anschließend wirklich auf und brauchte einige Augenblicke, um sich wieder in der Realität zurechtzufinden. Schließlich erlöste ihn die Morgenglocke, deren klarer, heller Ton durch die Stadt hallte. Er hievte sich aus dem Bett und streckte sich. Dann wechselte er das Nachtgewand gegen seine dunkle Robe und begab sich zum Speisesaal, wo Lehrlinge und jene Nekropolitekten, die in den Räumen der Gilde lebten, ihr gemeinsames Essen zu sich nahmen. Für Lehrlinge und die Großmeister galt die Pflicht, im Gildehaus zu leben, den normalen Nekropolitekten hingegen war es, wie in beinahe jedem anderen Beruf, freigestellt, wo sie eine Wohnung unterhielten und ob sie eine Familie gründen wollten. Aber es gab viele, die sich für ein Quartier in der Gilde entschieden. Manche kehrten im Alter zurück, nachdem die Kinder ausgezogen waren und die Frau verstarb. Andere hatten erst gar keine Frau und widmeten sich ganz ihrer Aufgabe. Denn obwohl Nekropolitekten ein ansehnliches Auskommen hatten, gab es nicht allzu viele Frauen, die einen Totenwächter heirateten. Jumo konnte sich das nicht erklären, schließlich waren sie ebenso Männer wie alle anderen auch, sogar gebildeter und intelligenter als die meisten. Viel schmutziger als das Handwerk eines Schlachters oder eines Fischers war ihre Tätigkeit auch nicht – eher im Gegenteil. Es lag wohl an der mysteriösen und düsteren Aura, die diesem Beruf anhaftete, an der Pflichtverbundenheit der Nekropolitekten und an den Gerüchten über dunkle magische Fähigkeiten und Rituale, dass nur wenige eine Frau zur Hochzeit angeboten bekamen und noch weniger dieses Angebot tatsächlich annahmen. So lebten neben den Lehrlingen, die wie in jedem anderen Beruf auch für die Zeit ihrer Ausbildung bei den Meistern wohnten, und den Großmeistern, die mit ihrem Aufstieg in ihren Rang schworen, den Rest ihres Lebens der Gilde zu widmen, viele normale Nekropolitekten in den Hallen.

Und alle hatten sich an diesem Morgen im Speisesaal versammelt. Sie hatten sich zu einer Traube geballt, gedrücktes Gemurmel erfüllte den Raum. Jumo spürte die Verwirrung und die düstere Vorahnung der anderen Nekropolitekten. Als er näher an die Traube trat, sah er den Grund: Großmeister Tarjan. Der Mann mit dem langen, weißen Bart war alt, älter noch als Meister Amo und im Rang weit über ihm. Er war der Gildenmeister von Dalea und man bekam ihn nur zu Gesicht, wenn etwas wirklich Wichtiges passiert war. Etwas, das die ganze Gilde betraf. Der Gildenmeister stand geduldig vor ihnen, die Hände verschränkt, während seine aufmerksamen Blicke durch die Menge glitten. Neben ihm stand ein weiterer Mann, etwas größer als der Gildenmeister und deutlich jünger, in eine schwarze Robe gekleidet. Er hatte kurz geschorenes schwarzes Haar, ebenso dunkle Augen und eine gerade, lange Nase. Jumo spürte, wie das Unbehagen in ihm wuchs, während der Großmeister geduldig darauf wartete, dass die letzten Nekropolitekten eintrafen. Was mochte wohl geschehen sein, dass der Großmeister höchstpersönlich hier auftauchte?

Die letzten Nekropolitekten gesellten sich zur Menge. Tarjan hob die Hand und das Murmeln verstummte abrupt. Gespannte Stille legte sich über den Raum.

Liebe Gildenmitglieder“, begann Tarjan und sein Bart wippte leicht durch die Bewegung seines Kiefers. Die helle Stimme war trotz seines Alters kraftvoll und voller Autorität.

Heute ist ein überaus dunkler Tag für die Gilde von Dalea.“, fuhr er fort, „In der gestrigen Nacht ereignete sich ein unglücklicher Vorfall, der uns in unserer Arbeit für die nächste Zeit stark einschränken wird. Wir sind in der unglücklichen Lage, gleich zwei Verluste zu betrauern zu müssen: Zum einen ist ein Band unseres Archives abhanden gekommen. Dieser Verlust an Originaldokumenten ist tragisch, aber das Wissen ist dank unserer Abschriften noch vorhanden und muss nun durch eine neue Kopie gesichert werden. Viel schwerer wiegt hingegen der zweite Verlust.“, meinte Tarjan ernst und mit einer Spur von Resignation. „Meister Amo, unser treuer Archivar und Hüter des Wissens, wurde heute morgen tot in der Bibliothek aufgefunden. Sein plötzlicher Tod kommt überraschend für uns alle und wird unsere Arbeit für die nächsten Jahre erheblich erschweren.“, sagte Tarjan und blickte in die Runde.

Jumo spürte, wie eine eiskalte Hand sein Herz umklammerte. Fassungslos starrte er zu Tarjan, spürte, wie sein Herz wild gegen die Rippen schlug und ein lähmendes Gefühl ihn ergriff. Meister Amo? Tot? Das konnte nicht wahr sein. Das durfte nicht wahr sein. Gestern Abend war er doch noch lebendig und lebensfroh gewesen. Und heute sollte er tot sein? Das musste ein schlechter Scherz sein. Aber es war viel zu grausam, um ein Scherz zu sein, das wusste Jumo tief im Inneren. Um ihn herum brandete wieder Murmeln auf, doch Tarjan unterband es, indem er seine Ansprache lauter als zuvor fortsetzte: „Was uns außerdem Grund zur Beunruhigung gibt, ist die Tatsache, dass Meister Amo offenbar keines natürlichen Todes gestorben ist. Wir vermuten einen Zusammenhang mit dem Verschwinden des Archivs, aber die Untersuchungen laufen noch. Auch aus diesem Grund wird die Arbeit in der Bibliothek in den nächsten Tagen drastisch eingeschränkt sein. Außerdem möge sich jeder Nekropolitekt dieser Gilde bereithalten, demnächst einer Befragung unterzogen zu werden. Wer außerdem hilfreiche Hinweise hat, kann sich sofort im Anschluss an mich wenden.“, kündigte er an. „Ich danke für die Aufmerksamkeit und das Verständnis für die notwendigen Maßnahmen, die zur Aufklärung dieser Vorfälle eingeleitet werden müssen. Wie es die Tradition gebietet, wird die feierliche Beisetzung zum morgigen Sonnenuntergang stattfinden. Alle Gildenmitglieder sind eingeladen, ihr beizuwohnen.“

Mit diesen Worten beendete Tarjan seine Ansprache und ließ dem Gemurmel wieder freien Lauf, das bald zu einem Gewitter an Stimmen anschwoll, die sich bis zur Unkenntlichkeit miteinander vermischten. Wie betäubt stand Jumo da und versuchte, zu verarbeiten, was er eben gehört hatte. Die Stimmen der anderen Nekropolitekten nahm er kaum noch war. Nachdem seine Gedanken sich erst überschlagen hatten, indem sie versuchten, einen Weg zu finden, Tod des Archivars zu leugnen, waren sie nun zum erliegen gekommen. Tief im Inneren wusste Jumo, dass Meister Tarjan die Wahrheit gesagt hatte. Meister Amo – hingerichtet von einem Dieb. Nur am Rande bekam er mit, dass die Menge sich um ihn herum in Bewegung setzte und zerstreute. Sein Blick war immernoch auf den Punkt gerichtet, an dem Tarjan von einigen anderen Nekropolitekten umringt war, die ihm und seinem Begleiter Fragen stellten. Teilnahmslos sah er zu, wie die Lippen sich bewegten, doch die Worte drangen nicht zu ihm vor. Er wusste nicht, wie lange er so dastand. Erst als Tarjan mit seinem schweigsamen Begleiter zum Ausgang ging, durchbrach Jumo seine Starre. Meister Amo war tot – und der Archivband war weg! Vermutlich war Jumo der Letzte gewesen, der das Buch in der Hand gehabt hatte. Ein siedender Gedanke durchfuhr ihn. Er hatte das Buch nicht aufgeräumt, sondern auf dem Tisch liegenlassen. Er schluckte schwer. Er war Schuld, dass das Archiv verschwunden war. Vielleicht hatte Meister Amo sich nur deshalb noch in der Bibliothek aufgehalten, als der Dieb eingedrungen war? Vielleicht hätte der alte Meister gar nicht sterben müssen, wenn Jumo ihm das Archiv vorschriftsmäßig zurückgebracht hätte? Er schluckte den Kloß in seinem Hals herunter und setzte sich in Bewegung. Er musste mit Meister Tarjan sprechen, um diese Vermutungen mit ihm zu teilen und seine Fahrlässigkeit zu gestehen. Wenn es dabei half, den Mörder zu finden und den Fall aufzuklären, war Jumo sogar jede Strafe recht. Außerdem war es nicht unwahrscheinlich, dass man früher oder später sowieso herausfinden würde, dass er der letzte in der Bibliothek gewesen war und alles nur noch schlimmer würde. Mit flauem Gefühl im Magen trat er an Tarjan heran, der mittlerweile vor dem Ausgang innegehalten hatte und mit knappen Worten die Frage eines anderen Nekropolitekten beantwortete. Dann war er an der Reihe. Der Großmeister sah ihn mit unergründlichem Blick an.

Meister Tarjan, ich… mein Name ist Jumo Sare, ich bin Lehrling des Meister Senos und ich habe etwas zu berichten… bezüglich des Vorfalls.“, stammelte er unsicher. Die Worte schmeckten bitter in seinem Mund. Er schluckte, um dieses Gefühl loszuwerden, aber es ließ sich nicht abschütteln.

Fahr fort.“, nickte Tarjan.

Ich… also… das Archiv. Ich war gestern Abend in der Bibliothek und wohl der Letzte, der es benutzt hat.“, begann Jumo ausdruckslos, „Meister Senos beauftragte mich, einen Bericht über einen Rundgang in den Katakomben zu verfassen. Ich habe mich gleich am selben Abend an die Arbeit gemacht und von Meister Amo das Archiv geben lassen… Ich arbeitete eine ganze Weile, doch irgendwann überkam mich die Müdigkeit und ich habe meine Sachen gepackt und bin gegangen…. und… naja, dabei habe ich das Archiv auf dem Tisch liegen lassen, fürchte ich.“, erklärte Jumo unter dem forschenden Blick des Großmeisters.

Tarjan legte den Kopf schief und betrachtete den jungen Mann.

Wann bist du gegangen?“, fragte der Begleiter des Großmeisters mit angenehmer Baritonstimme und Jumo konnte das Interesse in seinen Augen funkeln sehen.

Er zuckte mit den Schultern. „Meister Amo hatte mich noch nicht weg gescheucht, also war es vor der Schließungszeit. Aber außer mir und ihm war niemand mehr in der Bibliothek, den ich gesehen hätte. Aber ich war müde und erschöpft vom Tag. Vielleicht habe ich es nur übersehen.“

Meister Tarjan legte ihm die Hand auf die Schulter. „Das Archiv ist ein Ärgernis, aber nur ein kleiner Rückschlag verglichen mit Amos Tod. Die Sicherheitskopien existieren, wir werden eine weitere Abschrift brauchen. Ich denke, wenn du bei der Abschrift hilfst, werden wir von einer weiteren Bestrafung absehen können. Immerhin hilft uns deine Ehrlichkeit auch bei der Suche nach dem Eindringling.“, erwiderte der Großmeister.

Jumo nickte beflissen. „Großmeister…ich… ich würde gern selbst bei der Suche nach dem Mörder helfen. Meister Amo war wie ein Großvater für mich, er hat sich immer um mich gekümmert und mir geholfen, wenn ich Probleme hatte. Ich will helfen, denjenigen zu finden, der für seinen Tod verantwortlich ist.“, sagte der Lehrling fest entschlossen.

Der Großmeister wiegte den Kopf, als würde er darüber nachdenken. Dann sagte er entschieden:„Nein. So Leid es mir tut, das geht nicht. Die Ermittlungen werden durch die Prüfer des Gildenverbandes von Jaelad durchgeführt. Nur so können wir sicherstellen, dass die Untersuchung wirklich unabhängig und kritisch durchgeführt wird.“, stellte er klar und deutete mit einer knappen Geste auf seinen Begleiter. „Darum befinde selbst ich mich in diesem Augenblick in Begleitung, um sicherzustellen, dass ich keine Aussagen unterschlage oder vergesse.“, meinte er ernst.

Aber… es muss doch einen Weg geben…“, protestierte Jumo.

Tarjan schüttelte den Kopf. „Nein.“, meinte er mit Nachdruck. „Am Meisten hilfst du uns allen, indem du deiner Arbeit nachgehst und weiterhin ehrlich auf die Fragen antwortest, die dir im Laufe der Ermittlungen gestellt werden. Danke für dein Angebot, aber die Vorschriften sind eindeutig.“

Damit hielt Tarjan die Diskussion offenbar für beendet, denn mit einem letzten Nicken wandte er sich wieder dem Ausgang zu und verschwand mit seinem Begleiter in das Labyrinth aus Gängen und Räumen. Jumo blieb frustriert zurück und verfluchte die Vorschriften. Es musste doch möglich sein, etwas zu tun. Herum zu sitzen und dem Alltag nachzugehen kam für ihn jedenfalls nicht in Frage. Meister Amo war tot und auch wenn alle anderen das nur als tragischen Verlust seiner helfenden Hand im Archiv empfanden, war es für Jumo ein persönlicher Verlust. Plötzlich kamen ihm die alten Geschichten des Archivars in den Sinn, über die Legenden von Chedul, über die Ruinenstädte von Herauo, über Amos erste Freundin und seinen Lehrmeister, der ihn mit alten Weisheiten gefüttert hatte. Jumo schluckte und trat durch den Ausgang, durch den Tarjan eben verschwunden war. Er fühlte sich schrecklich einsam. Normalerweise wäre er jetzt zu Meister Amo gegangen, um sich Rat und Trost zu suchen. Aber diese Stütze war weggebrochen. Mit den anderen Gildenmitgliedern kam Jumo zwar zurecht, aber es war niemand darunter, dem er sich mit seinen Sorgen anvertrauen konnte. Die anderen Lehrlinge hielten ihn für einen ehrgeizigen Streber, der die Arbeit viel zu ernst nahm. Meister Senos war zwar ein freundlicher Mann und ein guter Lehrmeister, was die fachlichen Aspekte anging, aber er sah die Welt zu kühl und zu rational. Die anderen Nekropolitekten kannte er kaum und die wenigen Freunde, die er außerhalb der Gilde früher gehabt hatte, waren alle in andere Städte gezogen, um dort ihre Lehre zu absolvieren, wie es der alte Brauch der Handwerker gebot. Seine Eltern, selbst auch nur Handwerker, waren viel zu beschäftigt mit sich selbst und seinen vier Geschwistern, die allesamt jünger waren als er, als dass sie sich um die Sorgen ihres erwachsenen Sohnes kümmern konnten. Er wanderte einige Zeit ziellos durch die Gänge, während er versuchte, aus dem tiefen, schwarzen Loch herauszukommen, das ihn verschluckt hatte. Vermutlich würde er die nächste Zeit sehr beschäftigt damit sein, die Abschrift des Archivs anzufertigen. Im Grunde war ihm diese Aussicht ganz recht. Schreiben konnte er gut und Kalligraphie war anspruchsvoll genug, um eine gewisse Ablenkung von seinen trübseligen Gedanken zu bieten. Aber das half bei der Suche nach dem Schuldigen auch nicht weiter. Solange die Möglichkeit bestand, dass Meister Amo nur wegen seines Fehlers gestorben war, würde Jumo keine Ruhe finden. Die Ermittlungen des Gildenverbandes würden lange dauern – und ob sie den Mörder finden würden und Jumo je davon erfuhr, war mehr als fragwürdig. Der Lehrling ballte die Faust. Er musste herausfinden, was passiert war, das war er dem alten Archivar schuldig. Und er brauchte Gewissheit für sich selbst, dass er nicht verantwortlich war für das, was passiert war. Mit dem festen Entschluss, die Lösung des Rätsels zu finden, kehrte Jumo gerade rechtzeitig zum Ende des Frühstücks zum Speisesaal zurück und suchte Meister Senos.

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